Steinskulpturen in Walhorn - Verkehrs- und Verschönerungsverein Walhorn (VVW)

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Die dreizehn Steinskulpturen und ihre Schöpfer
In der Reihenfolge wie sie auf dem Skulpturenweg in Walhorn aufgestellt sind

1. Skulptur von 2021: „Hospitality“
Künstler: Leo Horbach aus Landgraaf, Niederlande

Idee: Ein Denkmal als „Vision für Europa“. Für mich ist Gastfreundschaft ein großer Wert für unsere europäische Gemeinschaft. Alle, die vor Krieg, Unterdrückung, Hunger, Gewalt und Diskriminierung fliehen, sollen in unserem Europa willkommen sein. Aylan Kurdi, ein kleiner Junge, der auf der Überfahrt nach Europa ertrunken und an den Strand gespült wurde, konnte die Gastfreundschaft leider nicht erleben. Ich sehe ihn als Symbol für den unerfüllten Wunsch nach Freiheit und Geborgenheit in „unserem“ Europa.


2. Skulptur von 2025: "Zusammenstehen"
Künstlerin: Daniela Clever aus Dortmund, Deutschland

Die Skulptur vereint vier unterschiedliche Personen in einer Umarmung. Sie stehen für Zusammenhalt, Vertrauen, Wärme und Geborgenheit und sind trotz unterschiedlicher Herkunft, Werte und Lebensphasen miteinander verbunden. Jede Figur steht für einen Aspekt, der unsere gemeinsame Zukunft prägt. Der alte Mann symbolisiert Erfahrung, Gedächtnis, Geschichte und die Notwendigkeit, aus ihr zu lernen. Die Frau steht für Europa selbst, für Fürsorge, Integration, Gemeinschaft, soziale Verantwortung und Stärke. Der Punk verkörpert Rebellion, Jugendkultur, Anderssein, Kritik am System und die Stimme der „Unangepassten“, die ebenso ein notwendiger Teil jeder lebendigen Demokratie ist. Das Mädchen steht für Unschuld, Offenheit, Hoffnung und Zukunft. Gemeinsam stehen sie für gegenseitigen Respekt und für Europa als Raum der Vielfalt, den wir als Stärke begreifen sollten und nicht als Trennung. Für ein Europa, in dem wir wieder näher „zusammenstehen“.


3. Skulptur: „Denkmal des Wandels 2021“
Künstler: Achim Ripperger aus Frankfurt am Main, Deutschland

Idee: Im Alten entsteht das Neue. Die obere Figur: Unser noch dominantes archaisches Egodenken - der Stärkere herrscht und beutet Mensch, Tier und Natur zu seinem Vorteil aus. Die untere Figur: Die Geburt des neuen empathischen Bewusstseins auf der Welt. Das bisherige Denken wird auf den Kopf gestellt und eine neue Perspektive eingenommen. Dieser Wesenswechsel ist unsere Chance, Europa und die Welt zukünftig „zum Wohle aller“ zu gestalten. Unzählige Bewegungen zu den Themen Klima, Naturschutz, Gleichberechtigung, Gender, Tierwohl, Vegan, Pressefreiheit, Religionsfreiheit ... sind überall auf der Welt sichtbar und ein Zeichen dafür, dass dieser Wandel bereits geschieht.


4. Skulptur von 2021: „Wenn Zeus sich in einen Stier verwandelt und durch die Gewässer schwimmt“
Künstler: Algis Kasparavičius aus Vilnius, Litauen

Idee: In der griechischen Mythologie ist Europa eine typische Prinzessin, die von Zeus entführt wurde. Der Mythos von Europa ist eine Illustration der Verehrung des Stieres, der als Symbol für Fruchtbarkeit gilt. Wahrscheinlich war es die Figur, die dem Kontinent seinen Namen gab. Die Skulptur basiert auf einem alten griechischen Mythos, der von der Entführung Europas handelt. Zeus verliebt sich in Europa. Und sie ist fasziniert von dem Stier, in den sich Zeus verwandelt hat. Die Skulptur besteht aus zwei Teilen, aber es gibt noch mehr Erzählebenen. In einem Moment verwandelt sich Zeus in einen Stier, in einem anderen schwimmt er mit Europa durch die Gewässer. Die Skulptur stellt nicht Europa dar, sondern hat eine Stufe, mit der sich jeder auf den Rücken von Zeus stützen kann. Es ist wie ein Hinweis darauf, dass jeder neue Möglichkeiten schaffen kann. Die europäische Geschichte ist eine wahre Liebesgeschichte.

 
5. Skulptur von 2021: „Europa und die vier Evangelisten“
Künstler: Herbert Leichtle aus Ravensburg, Deutschland

Idee: Migration und Austausch haben Europa zu dem gemacht, was es heute ist - eine multikulturelle Gemeinschaft die offen ist für den Wandel und für die Veränderung. Schon immer gab es eine rege Wanderbewegung von Menschen, die Waren, aber vor allem Mythen, Religionen, Ideen und Symbole in unsere Heimat mitbrachten und unsere Werte und Ideale prägten. Engel, Löwe, Stier und Adler haben so als Symbole den vier Evangelisten in unsere abendländische Gedankenwelt gefunden. Ihr mythischer Ursprung liegt weit zurück und sie stehen als Symbolfiguren für eine universelle Bildsprache: z.B. im Mythos von Europa(die Frau, nach der unser Erdteil benannt ist) und Zeus als Stier, in Form der Wappentiere, in alten und neuen Märchen auf der ganzen Welt ...


6. Skulptur von 2025: „Polarität”
Künstler: Herbert Leichtle aus Ravensburg, Deutschland

Die alte Geschichte vom Paradies und der „Schlange“ erzählt auf wunderbare Weise, wie jedes Menschenkind aus der Einheit in die Trennung – Polarität – wächst, der Preis für die „Selbst- Erkenntnis“. Wenn wir den Grund für die Spannung bei anderen suchen, beginnen die Konflikte, die Geschichte erzählt vom ersten Brudermord. Können wir in Europa den „Bruder und die Schwester“ anders sein lassen?


7. Skulptur von 2021: „Die Brücke“
Künstlerin: Daniela Clever aus Dortmund, Deutschland

Idee: Die Geldscheine der Europäischen Union zeigen Brücken als Symbol der Einigkeit und der Verbindung zueinander. Ich möchte in meiner Skulptur die Menschen in den Vordergrund stellen, daher besteht meine Brücke aus zwei Menschen. Sie soll das Brücken bauen der Menschen miteinander und zueinander symbolisieren. Die Umarmung ist einerseits liebevoll und freundschaftlich, sie stützen sich gegenseitig und bilden eine Einheit, ohne einander geht es nicht... andererseits wirkt die Position aber auch ein bisschen wie ein Ringkampf, Einigkeit in Europa zu finden ist nicht immer einfach, auch dies soll meine Skulptur symbolisieren. Zuletzt sollen die unterschiedlichen Oberflächen der Skulptur von bruch-rau über grob gespitzt, feine handwerkliche Hiebe und geschliffen die Vielfalt des Blausteins aber auch der Menschen in Europa darstellen.

 
8. Skulptur von 2021: „Alle Menschen werden Brüder“
Künstler: Alfred Mevissen aus Alsdorf, Deutschland

Die Skulptur stellt Beethoven dar, der sich von seiner aufkommenden Taubheit nicht daran hindern lässt, weiter zu komponieren und weiterzuspielen. Die zweite Hand spielt jenseits der bedrängenden Welle weiter. Die Skulptur soll ein Symbol dafür sein, sich weiter für die Europäische Idee zu begeistern und daran zu arbeiten, die Zukunft Europas aktiv mitzugestalten, gerade in Zeiten, in denen eine gewisse Europamüdigkeit aufkommt.

 
9. Skulptur von 2021: „Babylon – Chancen der Vielfalt “
Künstler: Sandro Dudenhausen aus Walhorn, Belgien

Idee: Wenn man Brüssel als Hauptstadt Europas sieht, kommt einem evtl. manchmal der Gedanke an Babylon. Zumindest erging es mir des Öfteren so und bekräftigte damit den Gedanken der Vielfältigkeit als Chance. In einer globalisierten Welt mit immer mehr Uniformität ist gerade die Vielfältigkeit, mit vielen Lösungen, mehr Reichtum als Fluch! Daher widme ich meinen Beitrag zum europäischen Skulpturenweg dem Thema Babylon, frei nach Bruegel dem Älteren, gehauen in einen Blausteinfelsen mit ursprünglich 5,3 Tonnen.


10. Skulptur von 2025: „Tor der Migration”
Künstler: Sandro Dudenhausen aus Walhorn, Belgien

Skulptur aus Blaustein in Form eines neolithischen Dolmens, bestehend aus vier Steinen, mit einem Gesamtgewicht von 12 Tonnen. Thema: migrare (lat.) = wandern. Der Begriff „Migration“ wird häufig missbräuchlich als Synonym für irreguläre Zuwanderung verwendet. In Europa, ebenso im Norden Afrikas bis nach Asien, finden sich zahlreiche neolithische Steinmonumente in Form von Dolmen. Die Menschheit ist seit jeher migriert. Dadurch hat sie sich stetig weiterentwickelt. Jeder, der durch dieses Tor schreitet, migriert von einer Seite auf die andere. Und letztlich sind wir alle Migranten auf dieser Welt.


11. Skulptur von 2025: „Bloom”
Künstler: Achim Ripperger aus Frankfurt am Main, Deutschland

Das Schwere, Hinderliche in unserem Leben darf, soll, muss abbrechen, losgelassen, hinter uns gelassen werden. Erst wenn wir Altes aufgeben, kann Neues kommen. BLOOM soll uns Mut machen loszulassen. Damit sich unser Leben voll und prall entfalten kann.


12. Skulptur von 2025: „Europa sucht das Gleichgewicht – Das Gleichgewicht Europas”
Künstler: Leo Horbach aus Landgraaf, Niederlande

Die griechische Prinzessin Europa, die Namensgeberin unseres Europas, sucht das Gleichgewicht und balanciert auf dem Rücken des Stiers. Damit Europa weiter wachsen kann, ist Stabilität notwendig. Der Stier ist das Symbol für Stärke, Fruchtbarkeit und Macht. Alles, was Europa braucht, um Stabilität für die Zukunft zu finden. Der kleine Stier unten links symbolisiert die Jugend, die das Ganze trägt und die Zukunft garantiert. Europa berücksichtigt in seinem Balanceakt die Hindernisse auf dem Weg (symbolisiert durch die zwei Bären).


13. Skulptur von 2025: „Eine Krone aus Liebe und Hass”
Künstler: Algis Kasparavičius aus Vilnius, Litauen

Die Skulptur basiert auf der griechischen Mythologie. Nachdem Eros von Apollo verspottet wurde, schoss er zwei Pfeile: einen eisernen auf Daphne, der Hass auslöste, und einen goldenen auf Apollo, der Liebe hervorrief. Auf der Flucht vor Apollo wurde Daphne mit Hilfe ihres Vaters und der Götter in einen Lorbeerbaum verwandelt. Apollo schwor, sie für immer zu ehren, verlieh dem Lorbeer ewige Jugend und fertigte daraus einen Kranz. Der Lorbeerkranz wurde so zum Symbol für Triumph und Frieden sowie zu einem kulturellen Zeichen für Dichter und Musiker. Heute steht der Lorbeerkranz oder die „Krone“ für Sieg, während der Ausdruck „sich auf seinen Lorbeeren ausruhen“ bedeutet, sich auf vergangene Erfolge zu verlassen. In der Skulptur ist der Kranz nicht geschlossen. Seine einzelnen Elemente symbolisieren die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart – zwischen großen Erfolgen und Misserfolgen. Zugleich ist die Arbeit ein Kommentar zur heutigen Zeit: Wahrer Erfolg erfordert kontinuierliche Anstrengung und darf sich nicht allein auf Vergangenes stützen.

Video der 13 Skulpturen im alten Steinbruch

José Grommes war am Samstag, dem 16. Mai 2026, in der Rotsch wandern und hat seine Impressionen in diesem kleinen Video festgehalten. Das Wetter war sehr wechselhaft.
Weiterführende Links:
Das 1. Bildhauersymposium in Walhorn 2021




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